Feste feiern – Kitaabschluss

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. So heißt es im Volksmund. Ich mag diesen Satz nicht sonderlich, da er einen gewissen „Feierdruck“ bei mir auslöst, vor allem in Bezug auf Geburtstage in der Familie. Gleichzeitig feiere ich ausgesprochen gern. Ich mag besonders die kleinen und leisen Feste, die spontan entstehen und die mit einer Blume oder einer Kerze auskommen. Feste – ob Jubiläen oder kleine Etappenziele – markieren einen Ort innerhalb eines Prozesses. Ein kurzes Innehalten und Vergegenwärtigen dessen, was erreicht worden ist.

Bezogen auf die Tochter befinden wir uns gerade in einer Übergangszeit. Schon seit ein paar Monaten geht es um den Abschied aus der Kita- und den Beginn der Schulzeit. Über eine wichtige Station auf diesem Weg – die Schuleingangsuntersuchung – habe ich bereits an anderer Stelle berichtet. Heute geht es um das Kitaabschlussfest, das wir gestern zusammen mit den Eltern der anderen Schulkinder gefeiert haben.

Im Vorfeld war ich ein wenig in Sorge. Denn: die Organisation des Abschlussfests obliegt den Eltern, deren Kinder nach dem Sommer in die Schule kommen. Ich habe während der Kitazeit der Tochter nicht gezielt nach Anschluss an andere Eltern oder Muttis gesucht. Es hat mich auch nicht gestört, wenn andere Eltern sich regelmäßig auf einen Kaffee trafen und den neuesten Klatsch aus der Kita besprachen. Mag sein, dass ich dadurch in den Augen einiger etwas „hochnäsig“ wirkte. Das war nicht meine Absicht. Ich hatte nur oft wenig Lust nach einem anstrengenden, kommunikativ intensiven Schultag noch weitere Konversation zu betreiben.

Etwas unsicher bat ich dennoch um die Aufnahme in die „WhatsApp-Gruppe Kitaabschluss“ und signalisierte mein Interesse bei der Vorbereitung. Doch bereits am ersten Abend bereute ich dieses Unterfangen, musste das Telefon stilllegen und mich anschließend durch 37 ungelesene Nachrichten im Chat kämpfen. Ich ergänzte im Stile der Chatteilnehmerinnen emoticonlastig meine Zustimmung zu den Entscheidungen und hoffte auf ein baldiges Ende der Organisation. Irgendwie hatte ich in der Folge auch kaum Lust, mich weiter an der Initiative zu beteiligen. 

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Erst als das Fest immer näher rückte und einige Aufgaben noch offen waren, erklärte ich mich bereit, mich um die „Dankeskarte“ und „Blumengrüße“ zu kümmern. Aus einem für mich nicht ersichtlichen Grund begann ich auch jeden Fortschritt in der Geschenkevorbereitung zu dokumentieren und der Gruppe zur Verfügung zu stellen. Ich bekam – emoticonlastig – zahlreiche Rückmeldungen. Das hat mich irgendwie motiviert und meinen Blick auf die Vorbereitung des Festes und die Elternschaft verändert. Plötzlich war ich Teil der „Gemeinde“.

Um die Geschichte abzukürzen: Wir feierten gestern ein sehr schönes, weil fröhliches und ausgelassenes Fest mit den Kindern, den Erzieherinnen und mit uns Eltern. Unsere „Abschiedsgeschenke“ – ein bunt bemalter Gartentisch, eine mit den Fotos der Kinder dekorierte Uhr, ein persönliches und in Teilen berührendes Gedicht über die Kinder und ein selbstbepflanzter Blumenkübel für die Balustrade – kamen bei den Erzieherinnen sehr gut an.

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Aber weniger die Geschenke, die es auch seitens des Erzieherinnenteams für die Kinder gab, als die Stimmung, in der wir diesen Nachmittag verbrachten, machten das Fest zu einem besonderen. Während die Kinder nach dem Buffet gestärkt im Garten spielten, plauderten wir Eltern miteinander. Mehr noch: im Bewusstsein des baldigen Abschiedes nahmen wir erstmals Kontakt zueinander auf und zeigten aufrichtiges Interesse. Wir lachten viel. Und wir freuten uns über die erfolgreiche Vorbereitung und Umsetzung des Abschlussfestes. Diese Erfahrung zu machen, war das eigentliche Fest am Fest.

 

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