Nachurlaubsblues

Ursprünglich sollte hier ein Urlaubsbericht von 3 Wochen Ferien im Mecklen- und Brandenburgischen entstehen. Stattdessen versuche ich mich, ein wenig von meinem Nachurlaubsblues frei zu schreiben. 

Der mogelt sich nicht, nein, er plauzt in die Tür, als ich am Montag über die Wäscheberge und die Ausläufer der Campingausrüstung steige. Die Nacht war – wie schon einige Nächte zuvor – mehr als perforiert. Den Kindern misslingt die Anpassung von „ganztägig draußen sein“ zu sich „wohnungseinrichtungskonform verhalten“. Ich kriege schlechte Laune, weil mir folgendes klar wird. Von den sechs Wochen ohne Fremdbetreuung liegen die besten – reisebedingt – hinter mir.

Ich werde noch 2 1/2 Wochen beide Kinder zu Hause betreuen und dazu meinen Part der Haushaltstätigkeiten übernehmen. Drei Tage brauche ich, um zu begreifen, dass ich besser beginne, damit produktiv umzugehen, wenn ich die letzten Tage meiner Eltern- und Ferienzeit nicht deprimiert und genervt verbringen möchte. 

Ich arbeite mich durch die Wäscheberge, sage einige Termine ab bzw. mache sie erst gar nicht. Ich lasse den Gedanken an eine angemessene Haushaltsführung los und am Wichtigsten: ich verabschiede mich von einem Großteil meiner „to-dos“, die ich gern noch vor Beginn des neuen Schuljahres erledigt hätte. Das fällt mir besonders schwer, denn nach der zuletzt inspirierenden Elternzeit, sah ich dem beruflichen Wiedereinstieg motiviert entgegen.

Als ich jedoch am Montag beginne, mir selbst zu zuhören, wie ich Tochter und Sohn für ihr plausibles Verhalten maßregele, treffe ich mit mir selbst 3 Vereinbarungen:

  1. Der Haushalt bleibt – wenn nötig – bis spätestens zur Einschulungsfeier der Tochter so chaotisch, wie er jetzt ist.
  2. Die Vorbereitungen für die Schule werden auf ein Minimum reduziert. Ich vertraue darauf, dass sich – wie schon so oft – alles zurecht schütteln wird.
  3. Meinen persönlichen Weg ins #DigitaleLernen werde ich an die aktuelle Lebenssituation anpassen und entsprechend verlangsamen. Dann braucht Deutschland Dank meiner fehlenden #Vereinbarkeit eben noch länger mit der Digitalisierung im Bildungswesen. Nun denn.

Am Dienstag bin ich noch ein wenig angematscht. Am heutigen Mittwoch kann ich dem Schabernack der Kinder schon wieder eine gewisse Subversion abgewinnen. Ich freue mich auf das Eis essen und den Spielplatzbesuch am Nachmittag. Tagsüber habe ich genügend Zeit, die verkorkste Nacht zu verdauen: 

Das ist kein Patentrezept, aber eine kleine Strategie gegen den Nachurlaubsblues. Und im Zweifel summe ich einfach ein bisschen mit. Ich bin mir sicher, mein kleines Tanzensemble wird stilsicher in die Performance einsteigen.

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